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"Die heutigen E-Paper-Lösungen bringen nichts"

Reinhard Lebensorger
Projektleiter
KataLogX-Software, Wien

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Der Vienna.PaperBoy will der Zeitungsbranche ein neues E-Paper Konzept mit vielen Extras bieten. Über den Entwicklungsstand und über Trends in der Branche spricht Reinhard Lebensorger, Projektleiter bei KataLogX-Software aus Wien.

IFRA: Wie ist die Nachfragesituation nach Tools für digitale Zeitungsausgaben? Welche Trends beobachten Sie?

Lebensorger: Wir nutzten die IFRA Expo 2007 in Wien um einen ersten Kontakt zu den Medien herzustellen. Der Tenor war eindeutig. Die heutigen E-Paper-Lösungen, die reine PDF-Lösungen oder "konvertierte PDFs zu Grafiken" oder auch "Zeitung mit dem Umblättereffekt" bieten, bringen nichts. Diese Lösungen sind zwar billig, beschäftigen sich aber nicht mit der wirtschaftlichen Zukunft eines Verlages, weil in diesen Ansätzen ein Werbekunde des Printmediums keinen "Return Of Invest" im Internet erhält und das Lesen der Zeitung alles andere als spannend ist. Mit der PaperBoy-Technologie sorgen wir dafür, dass Anzeigen neben dem Nachrichtencontent der Zeitung im Mittelpunkt des Betrachters stehen und Emotionen wecken.

Dies ist und bleibt die eigentliche Herausforderung aus unserer Sicht und diesen Zielen widmen wir unsere Kraft und sehen einer spannenden Zukunft entgegen.

IFRA: Wann kommt der Vienna.PaperBoy auf den Markt?

Lebensorger: Wir werden im Sommer 2008 mit der finalen Version auf den Markt kommen. Eine Demoversion wird es aus heutiger Sicht nicht geben, da wir an einem Expertensystem arbeiten, welches mit etwa 20 Ausgaben zu füttern ist, um dann ein optimales Ergebnis zu erhalten. Wenn Sie so wollen, lernt unsere Software die Charakteristika der Tageszeitung durch Analysen des Layouts.

IFRA: Welches Format dient als Ausgangslage für die ePaper-Erstellung?

Lebensorger: Als Input dient ausschließlich die PDF-Datei der Zeitung. Mit unserem Output können wir jede Applikation versorgen.

IFRA: Wie wird das E-Paper erstellt?

Lebensorger: Das E-Ppaper wird mit dem PaperBoy-Server erzeugt, welches die Tageszeitung in das PaperBoy-Press Format konvertiert. Dies ist eine XML-Datenstruktur die darauf bedacht ist, den Download so gering wie möglich zu halten. Dies bedeutet unter anderem, dass wir nicht einfach Bilder aus dem PDF erzeugen, sondern den Inhalt der Tageszeitung in seine Grundelemente (Texte, Bilder) zerlegen und so zum Leser senden.

IFRA: Benötigt die Erstellung des ePaper eine besondere Arbeitsleistung von Seiten der Redaktion?

Lebensorger: Ja, eine besondere Arbeitsleitung ist notwendig, da wir den Inhalt der Tageszeitung um multimediale Elemente anreichern: Videos, Musikneuvorstellungen aber auch Verknüpfungen zu Youtube und sonstigen sozialen Netzwerken, sprich web 2.0 wird voll integriert.

IFRA: Kann die Technologie zur Erstellung von ePapers von Redaktionen als Einzelprodukt genutzt werden und in bestehende Redaktionssysteme integriert werden?

Lebensorger: Ja, unsere Technologie kann als Einzelprodukt genutzt werden, da die PDF-Datei als Input ausreicht. Es liegt am jeweiligen Auftraggeber wieweit er unsere Vernetzbarkeit "lebt". Diese kann von Ausgabe zu Ausgabe erweitert werden.

Die Integration ist immer über das offene XML-Format möglich. Da wir keinen Teil der Software zugekauft haben, besitzen wir die volle Kontrolle und unterliegen keinen Einschränkungen.

Page first published: 11.04.2008